![]() Nr.17/06 27.4.2006 |
Überparteiliche Gewerkschaften: Auch im Sozialismus unentbehrlich
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Starke, überparteiliche Gewerkschaften als Massen- und Selbstorganisationen der Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellten sind im Kapitalismus und Sozialismus nötig. Antikommunistische Ausgrenzung schwächt die Gewerkschaften. Bild: Warnstreik bei DaimlerChrysler 2003 -rf-foto
Ein Handbuch für jeden, der mehr wissen will über Gewerkschaften und Klassenkampf. 374 Seiten, 14,50 Euro Verlag Neuer Weg, Alte Bottroper Str. 42, 45356 Essen, Tel. 0201/25915,www.people-to-people.de
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Weltweit gehen an diesem 1. Mai Millionen gewerkschaftlich organisierte
Arbeiterinnen und Arbeiter auf die Straße und demonstrieren für ihre
Forderungen. Die Gewerkschaften sind die bedeutendste Selbstorganisation der
Arbeiter und Angestellten. Die MLPD tritt konsequent für die
überparteiliche und demokratische Einheitsgewerkschaft ein und lehnt die
Bildung parteipolitischer Fraktionen in den Gewerkschaften ab. Auch nach dem
Sturz der kapitalistischen Ausbeuterherrschaft und der Errichtung der Diktatur
des Proletariats haben die Gewerkschaften beim Aufbau des Sozialismus und im
Kampf zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen eine große
Bedeutung. Dieser Kampf erfolgt im Sozialismus aber unter grundlegend anderen Bedingungen wie heute. Die Arbeiterklasse und ihre Selbstorganisationen nehmen unter Führung der marxistisch-leninistischen Partei die Lenkung und Verwaltung von Produktion und Gesellschaft selbst in die Hand. Auch in der ehemals sozialistischen Sowjetunion war das bis zur Restauration des Kapitalismus 1956 so. Der Schriftsteller Lion Feuchtwanger schreibt darüber nach seinem Besuch in Moskau 1937: ,,Ein Volk, das vor zwanzig Jahren in Armut, Schmutz und Unbildung beinahe erstickte, verfügt heute über eine hochentwickelte Industrie, eine rationalisierte Landwirtschaft, eine große Anzahl neugegründeter oder von Grund auf erneuerter Städte und hat das Analphabetentum völlig liquidiert. (...) Kein Wunder, daß Bauern und Arbeiter, solange sie sich für skrupellose Unternehmer und Großagrarier schinden mußten, die Arbeit als Last empfanden und sich davon zu drücken suchten; seitdem sie merken, daß die Früchte dieser Arbeit ihnen selber zugute kommen, hat sich das gründlich geändert." (Lion Feuchtwanger: ,,Moskau 1937", S.41) Die Gewerkschaften in der sozialistischen Sowjetunion hatten an dieser Entwicklung wesentlichen Anteil. Lenin charakterisierte ihre Aufgaben als ,,...eine Organisation der Heranziehung, der Schulung (...), eine Schule der Verwaltung, eine Schule der Wirtschaftsführung, eine Schule des Kommunismus." (Lenin, Werke, Bd.32, S.2). Die marxistisch-leninistische Partei arbeitet aktiv in diesen Gewerkschaften mit und strebt eine enge Bindung der Millionen Gewerkschaftsmitglieder an die Partei und die Erziehung zu sozialistischem Bewusstsein an. Der Aufbau des Sozialismus erfolgt in ständigem Kampf mit den Überbleibseln des Kapitalismus und der kleinbürgerlichen Denkweise. ,,Die Aufgaben der Gewerkschaften auf diesem Gebiet sind gewaltig. Sie müssen ihre Mitglieder in jeder Betriebsabteilung, in jeder Fabrik lehren, alle Mängel bei der Ausnutzung der Arbeitskraft, die sich aus falscher Ausnutzung der technischen Mittel oder aus unbefriedigender Verwaltungsarbeit ergeben, festzustellen und zu berücksichtigen. Die Summe der Erfahrungen einzelner Betriebe und Produktionszweige muss ausgenutzt werden zum energischen Kampf gegen Schlendrian, Liederlichkeit und Bürokratismus." (Lenin, Werke, Bd.32, S.22/23). Lenin ging seinerzeit ausdrücklich so weit, den Gewerkschaften im Sozialismus die Aufgabe des Schutzes der ,,materiellen und geistigen Interessen" der Massen vor den ,,bürokratischen Auswüchsen" des Arbeiterstaates zuzusprechen (ebenda, S.7). Am 13. Oktober 1948 förderte der Bergarbeiter Adolf Hennecke im Zwickau-Oelsnitzer Revier der damals sowjetisch besetzten Zone 24,4 Kubikmeter Steinkohle und übertraf die Tagesnorm durch gut durchdachte Arbeitsorganisation um 387 Prozent. Er war Initiator einer Aktivistenbewegung, die in den Anfängen der DDR beim Aufbau des im Krieg zerstörten Landes eine wichtige Rolle spielte. Diese ,,Hennecke-Bewegung" wurde von der Presse in den Westzonen massiv angegriffen, worauf die Bitterfelder Zonenkonferenz am 25. 11. 1948 feststellte: ,,Es wäre ein schlechtes Zeichen für unsere Tätigkeit, wenn die Presseorgane des Monopolkapitals uns loben würden. Wir werden euch Hennecke-Aktivisten am besten dadurch schützen, indem wir die Gewerkschaftsbewegung, die ganze Arbeiterschaft um euch scharen und die Begeisterung für die Hennecke-Leistung in immer neue Kreise der Arbeiterschaft tragen." Nach der bürokratisch-kapitalistischen Entartung der DDR und Wiederherstellung des Kapitalismus 1956 wurde diese Aktivistenbewegung jedoch missbraucht zur Durchsetzung bürokratisch-zentralistischer Planvorgaben, verbunden mit allerlei ,,Ehrentiteln" und Orden wie dem des ,,Aktivisten der sozialistischen Arbeit" (ab 1969). Die Gewerkschaften in der DDR (FDGB) wandelten sich zu Instrumenten der SED-Führung zur Durchsetzung deren Herrschaft über die Arbeiterklasse. (ro) |
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